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Lausitzer Braunkohlenrevier 1990 – 2017

Lausitzer Braunkohlenrevier 1990 – 2017
1990

Gründung der Lausitzer Braunkohle AG als Folgebetrieb ESPAG
des Braunkohlenkombinats Senftenberg. Gründung
der Energiewerke Schwarze Pumpe AG (ESPAG), vormals
Gaskombinat Schwarze Pumpe (Stammbetrieb).

Der Betrieb Braunkohlenveredlung Lauchhammer des Gaskombinates Schwarze Pumpe wird in die Braunkohlenveredlung GmbH Lauchhammer (BVL GmbH) umgewandelt.

1993

Verschmelzung von LAUBAG und ESPAG zur Lausitzer LAUBAG
Braunkohle Aktiengesellschaft (LAUBAG). Baubeginn für
das 2 x 800-MW-Braunkohlenkraftwerk Schwarze Pumpe.

1994

Abschluss des strukturellen Anpassungsprozesses im LMBV
Lausitzer Revier mit der Spaltung der LAUBAG in die
Lausitzer Braunkohle Aktiengesellschaft und in die Lausitzer
Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH.

Gründung der LMBV als Tochtergesellschaft der BMGB (Beteiligungs-Management-Gesellschaft Berlin), einer Nachfolgegesellschaft der Treuhandanstalt. Grundsteinlegung für den ersten 900-MW-Braunkohlenkraftwerksblock in Boxberg.

Eröffnung des Lausitzer Bergbaumuseums in der ehemaligen Brikettfabrik Knappenrode. Nahe der Ortslage Drebkau beginnen die Erschließungsarbeiten für Ansiedlungen im neuen Kausche.

1995 Verschmelzung der LBV und der MBV auf die LMBV. Erstmals wird im Tagebau Welzow-Süd ein Eimerkettenbagger auf Direktantrieb umgestellt. Zeitgleich erfolgt die Inbetriebnahme eines neuen Zentralleitstandes im Tagebau Welzow-Süd.
1996 Abschluss der Ertüchtigungs- und Nachrüstungsmaßnahmen für die acht 500-MW-Braunkohlenblöcke in den Kraftwerken Jänschwalde und Boxberg. Abschluss der ersten gemeinsamen Umsiedlung im Lausitzer Revier in Kausche.
1997 Inbetriebnahme des neuen Zentralstellwerks für den Eisenbahnbetrieb im Lausitzer Revier in Schwarze Pumpe. Verabschiedung des Brandenburgischen Braunkohlengrundlagengesetzes durch den Landtag.
1998 Offizielle Inbetriebnahme des neuen 2x800-MW-Braunkohlenkraftwerks in Schwarze Pumpe.
1999 Inbetriebnahme der Wirbelschichtbraunkohlenverladung und der Braunkohlenstaubmahlanlage in Schwarze Pumpe. Beginn der Umsiedlung Geisendorf.
2000 Offizielle Inbetriebnahme des 900-MW-Braunkohlenblocks im Kraftwerk Boxberg.
2001 Abschluss der Umsiedlung des Ortes Geisendorf.
2002

Aus den Unternehmen Bewag Aktiengesellschaft (Bewag), VEAG Vattenfall
Hamburgische Electricitätswerke AG (HEW), Lausitzer
Braunkohle AG (LAUBAG) und VEAG Vereinigte
Energiewerke AG (VEAG) wird das neue Unternehmen Vattenfall
Europe AG als Tochter der Vattenfall AB, Stockholm, gebildet.

Die zuvor aus der VEAG ausgegründete Kraftwerkssparte heißt jetzt Vattenfall Europe Generation AG & Co. KG.

2003

Aus der Lausitzer Braunkohle Aktiengesellschaft (LAUBAG) wird die Vattenfall Europe Mining AG, Bildung der Geschäftseinheit Vattenfall Europe Mining & Generation.

Einweihung der Kirche im neuen Horno – Symbolischer Abschluss der Umsiedlung von Horno.

Eröffnung des Findlingsparks Nochten.

2004

Eröffnung der neuen gemeinsamen Verwaltungen der Vattenfall Europe Mining AG und der Vattenfall Europe Generation AG & Co. KG in Cottbus.

Gründung der „Stiftung Lausitzer Braunkohle“.

2005 Vattenfall Europe beginnt mit den Planungen für einen neuen Braunkohlenblock am sächsischen Kraftwerksstandort Boxberg. Seit 50 Jahren ist Schwarze Pumpe der Begriff für Braunkohlenveredlung und Stromerzeugung in Ostdeutschland. Seit der Wiedervereinigung hat sich der Standort zu einem modernen und multifunktionalen Industriepark entwickelt.
2006

Am Standort Schwarze Pumpe erfolgt der symbolische Spatenstich für den Bau einer Pilotanlage zur Entwicklung eines CO2-emissionsarmen Braunkohlenkraftwerks.

Vattenfall erhält die Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb eines 675-MW-Neubaublocks in Boxberg.

Abschluss der Umsiedlung des Ortes Haidemühl.

2007

Grundsteinlegung für den neuen Kraftwerksblock am Standort Boxberg (BoxR).

Fertigstellung Dichtwand Tagebau Cottbus-Nord.

Beginn der Spreeauenrenaturierung bei Cottbus als Ausgleichsmaßnahme für die Inanspruchnahme der Lakomaer Teiche.

Die Landesregierung Brandenburg und Vattenfall informieren über die Zukunft der brandenburgischen Braunkohlenwirtschaft. Das Konzept von Vattenfall beinhaltet die Nutzung der Braunkohle aus den drei Zukunftsfeldern Jänschwalde-Nord, Bagenz-Ost und Spremberg-Ost.

Der Aufstellungsbeschluss zur Teilfortschreibung des Braunkohlenplanes Nochten für das Vorranggebiet Nochten wird gefasst.

Das Braunkohlenplanverfahren zur Nutzung des Räumlichen Teilabschnittes II, Tagebau Welzow-Süd, wird eröffnet.

2008

Die brandenburgische Landesregierung verabschiedet die „Energiestrategie 2020“. Darin enthalten sind die langfristige Braunkohlennutzung für die Stromerzeugung in den Bereichen Tagebau Welzow-Süd, Räumlicher Teilabschnitt II, sowie für den schrittweisen Aufschluss der drei Zukunftsfelder Jänschwalde-Nord, Bagenz-Ost und Spremberg-Ost.

Inbetriebnahme der weltweit ersten Pilotanlage für ein Kohlenkraftwerk mit CO2-Abscheidung in Schwarze Pumpe.

2009 Das Brandenburger Volksbegehren „Keine neuen Tagebaue“ scheitert.
2010

Beginn der Errichtung von Dichtwänden – Tagebau Reichwalde und Welzow-Süd.

Inbetriebnahme Tagebau Reichwalde – F60 im April und Kohlenförderung im Dezember 2010.

2011

Das Projekt „greenMission“ der Vattenfall-Tochter GMB GmbH untersucht in Senftenberg Potenziale von Mikroalgen.

Um dem Tagebau Reichwalde und dem Kraftwerk Boxberg einen planmäßigen Betrieb zu sichern, beginnen die Arbeiten zur Umverlegung des Flusslaufes Weißer Schöps.

Im Tagebau Jänschwalde starten Bauarbeiten zur Flussrückverlegung Malxe.

2012

Inbetriebnahme Kraftwerk Boxberg Block R in Anwesenheit des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (Erfolgreiche erste Netzschaltung des 675-MW-Blocks am 16.02.2012).

Ende des vierjährigen Versuchsbetriebes der DDWT-Anlage in Schwarze Pumpe und Überführung in das künftige Betriebskonzept mit einem deutlichen Fokus auf die kommerzielle Erzeugung von Trockenbraunkohle.

Umsetzung der Förderbrücke F60 im Tagebau Welzow-Süd in das Südfeld.

2013

Das E-Mobility-Projekt e-SolCar wird für die touristische Nutzung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Abschluss der Renaturierung der Spreeaue bei Cottbus.
2014

Abschluss der Arbeiten zur Umverlegung des Weißen Schöps am Tagebau Reichwalde.

Die Tests an der CCS-Pilotanlage Schwarze Pumpe werden nach fünf Jahren abgeschlossen. Die Erkenntnisse über das erforschte Oxyfuel-Verfahren fließen in das kanadische CCS-Projekt BoundaryDam von SaskPower ein.

Die Braunkohlenpläne für die Tagebaue Welzow-Süd, räumlicher Teilabschnitt II und Nochten, Abbaugebiet 2 werden durch die Landesregierungen Brandenburg bzw. Sachsen genehmigt.

Abschluss des E-Mobility-Projektes e-SolCar: Fahrzeuge und Ladeinfrastrukturen werden teilweise in das Folgeprojekt Smart Capital Region überführt.

Inbetriebnahme der Demonstrationsanlage zur Zünd- und Stützfeuerung mit Trockenbraunkohle im Kraftwerk Jänschwalde – ein Meilenstein zur weiteren Flexibilisierung der Braunkohlekraftwerke.

Einreichung des Rahmenbetriebsplans für die Tagebauweiterführung  Nochten, Abbaugebiet 2, beim Sächsischen Oberbergamt.

2015

Februar
Nach der Inbetriebnahme einer Anlage zur Zünd- und Stützfeuerung mit Trockenbraunkohle im November 2014 im Kraftwerk Jänschwalde ist seit Februar 2015 zudem die erste magnetgelagerte Dampfturbine als Speisewasserpumpenantrieb erfolgreich im Volllastbetrieb. Sie wurde von Siemens gemeinsam mit der Hochschule Zittau/Görlitz entwickelt.

August
Der Schaufelradbagger 1571 SRs 2000 wird über 18 Kilometer vom Vorschnitt des Tagebaus Nochten in den Tagebau Reichwalde transportiert.

September
Auf dem Wolkenberg im Rekultivierungsgebiet des Tagebaus Welzow-Süd wird wieder Wein gelesen.

Dezember
Die Kohleförderung im Tagebau Cottbus-Nord endet planmäßig. Bis Mitte der 2020er Jahre entsteht hier mit dem Cottbuser Ostsee der größte Bergbaufolgesee Deutschlands.

2016

März bis Mai
In einem Waldstück im Vorfeld des Tagebaus Nochten werden Bäume besetzt.

Mai
Im Zeitraum vom 13. bis zum 16. Mai 2016 kommt es im Revier zu einer sogenannten „Massenaktion zivilen Ungehorsams“. Circa 2.000 teilweise gewaltbereite Teilnehmer aus ganz Europa besetzen massiv Geräte und Anlagen des Tagebaus Welzow-Süd und blockierten Gleistrassen des Kohletransports. Am Nachmittag des 14. Mai kommt es zu einer Erstürmung des Geländes des Kraftwerks Schwarze Pumpe. Durch eine generelle Strategie der Deeskalation, umsichtiges Verhalten der Mitarbeiter des Unternehmens und dem entschlossenen Handeln der Sicherheitskräfte wurde ein Herunterfahren des Kraftwerks verhindert. Die kriminellen Gewalttaten der Kohle- und Systemgegner verursachten erhebliche Sachschäden.

Mai
Lückenschließung Dichtwand Welzow-Süd: Nach gut fünfjähriger Bauzeit wird am Südrand des Tagebaus Welzow-Süd die Lücke zwischen zwei bislang getrennten Bauabschnitten in der Dichtwand geschlossen. Mit 4,5 Kilometer Länge ist damit knapp die Hälfte der künftig insgesamt 10,2 Kilometer langen und über 100 Meter tiefen dauerhaften Wasserbarriere zwischen dem Tagebau Welzow-Süd und dem Lausitzer Seenland hergestellt.

Juli - Oktober
Im Tagebau Nochten werden innerhalb von 13 Wochen an der F60 die Große Fahrwerksschwinge und der Rollentisch erneuert.

LEAG

Oktober
Der Eigentümerwechsel der Braunkohlensparte von Vattenfall zu den tschechischen Unternehmen EPH und PPF Investments wird am 30.09.2016 abgeschlossen („closing“). Aus Vattenfall Europe Mining AG und Vattenfall Europe Generation AG werden am 12. Oktober Lausitz Energie Bergbau AG und Lausitz Energie Kraftwerke AG. Gemeinsame Dachmarke ist LEAG.

Oktober bis Dezember
Nachdem im Tagebau Nochten der Austausch der Großen Fahrwerksschwinge und des Rollentisches an der F60 abgeschlossen sind, erfährt der SRs 6300 im Vorschnitt nach 15 Jahren Betriebsdauer mit dem Wechsel des Schaufelrads ein umfangreiches Ertüchtigungsprogramm. Am 19. Dezember 2016 geht der Vorschnitt im Tagebau Nochten wieder in Betrieb.

11. November 
Die LEAG erhält von der Landesdirektion Sachsen den Planfeststellungsbeschluss für das Gewässerausbauvorhaben Hermannsdorfer See. Damit ist man dem landesplanerischen Ziel zur Herstellung eines Naturschutzsees in der Bergbaufolgelandschaft des Tagebaus Nochten einen bedeutenden Schritt näher gekommen.

Dezember
Bei ihrem Jahresgespräch mit der Domowina, dem Dachverband der Sorben, auf dem Njepila-Hof im sächsischen Rohne bekennt sich die LEAG weiterhin dazu, die in der Bergbauregion lebende sorbische Bevölkerung bei der Wahrung und Entwicklung ihrer sozialen und ethnischen Identität zu unterstützen. Die erstmals im Jahr 2007 unterzeichnete Kooperationsvereinbarung mit der Domowina bleibt auch für das Jahr 2017 Grundlage der Zusammenarbeit.

2017

März
Mit dem ersten Spatenstich für die neue Kaue am Industriepark Schwarze Pumpe beginnt offiziell die Verlegung der Tages- und Betriebsanlagen des Tagebaus Welzow-Süd. Während die Betriebsanlagen in der unmittelbaren Nähe des Tagebaus bleiben und ihren neuen Standort in der Nähe des alten Montageplatzes finden, ziehen die Tagesanlagen zum Industriepark Schwarze Pumpe um. Die Verlegung wird im Zusammenhang mit dem Fortschreiten des Tagebaus Welzow-Süd im Teilabschnitt I notwendig. Beginnend ab 2019 werden die ersten Infrastruktureinrichtungen der heutigen Tagesanlagen am Schacht III planmäßig durch den Tagebau in Anspruch genommen. Waschkauen und Büroarbeitsplätze für rund 900 Mitarbeiter, ein neuer Standort für die Feuerwehr und den Zentralleitstand müssen bis dahin ihren Platz im Industriepark Schwarze Pumpe gefunden haben.

30. März
Bekanntgabe des neuen Revierkonzeptes für die Lausitz. Aufgrund geänderter bundespolitischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen hat die LEAG ihr Revierkonzept aus dem Jahr 2007 aktualisiert. Das neue Revierkonzept hat einen Planungshorizont von 25-30 Jahren. Darin ist nicht mehr vorgesehen, dass Zukunftsfeld Jänschwalde-Nord in Anspruch zu nehmen. Die Braunkohlenförderung im Abbaugebiet 2 des Tagebaus Nochten wird auf das Sonderfeld Mühlrose eingegrenzt. Eine Entscheidung zum Teilabschnitt II beim Tagebau Welzow-Süd erfolgt spätestens im Jahr 2020. Das beinhaltet auch, dass keine Planungen für einen KW-Block am Standort Jänschwalde aufgenommen werden.

Juni
Am Cottbuser Ostsee beginnen die Arbeiten zur Errichtung des Einlaufbauwerkes für die Flutung. Es ist vorgesehen, die Flutungsbereitschaft für den 19 km² großen See bis November 2018 herzustellen. Dann soll der See mit einem Wasservolumen von 126 Mio. m³ innerhalb von 5-6 Jahren überwiegend mit Spreewasser über den Hammergraben geflutet werden. Die Gestaltung der 25 Kilometer langen Uferbereiche ist zum großen Teil abgeschlossen.

Juni
LEAG steigt bei Energiewende-Projekt WindNODE ein. Mit der Beteiligung als assoziierter Partner am Verbundprojekt WindNODE im Rahmen des Förderprogramms „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ stellt die Lausitz Energie Kraftwerke AG (LEAG) die Weichen für eine strategische Neuausrichtung auf der Basis und im Verbund mit ihrem Braunkohlenkraftwerkspark. Gemeinsam mit Technologiepartnern will die LEAG an ihren Standorten die bestehenden Kraftwerke durch neue Technologien ergänzen und ihre Betriebsführungs- und Leitsysteme im Sinne einer für die Versorgung optimalen innovativen Vernetzung von Stromerzeugung und abgeforderten Bedarf entwickeln.

September
Gut zwei Jahre nach seinem spektakulären Umzug vom Tagebau Nochten in den Tagebau Reichwalde und nach einer umfangreichen Instandsetzung nimmt der fast 3000 Tonnen schwere Schaufelradbagger 1571 im Vorschnitt des Tagebaus Reichwalde wieder seinen Betrieb auf.

Dezember
Mühlroser Bürger entscheiden sich für eine Umsiedlung nach Schleife. Damit wird die Standortuntersuchung in Schleife fortgeführt und Planungen für den Standort in Trebendorf beendet.

Der Bund und die Länder Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben mit der Unterzeichnung des 6. Verwaltungsabkommens die Finanzierung der Braunkohlesanierung bis 2022 gesichert.

Die Gefahrenabwehrmaßnahmen gegen die Folgen des Grundwasserwiederanstieges in Senftenberg sind mit dem Bau der Horizontalfilterbrunnen umgesetzt.