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EWI/EEFA Studie Energiew. Gesamtkonzept 2030

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) hat gemeinsam mit den Verbänden BDI, DEBRIV, GVSt, und VGB PowerTech die Erarbeitung einer Studie „Energiewirtschaftliches Gesamtkonzept 2030“ durch das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) und die Energy Environment Forecast Analysis (EEFA) GmbH in Münster initiiert. Die Studie wurde im Sommer 2008 in gedruckter Form vorgelegt. Sie  gliedert sich in vier Teile: 

Teil I führt in die aktuelle energiepolitische Diskussion in Deutschland und Europa ein und skizziert die Methodik der Studie.

Teil II entwickelt vier Politikszenarien der deutschen Energiewirtschaft bis 2030 im internationalen Kontext: Konzeption, Annahmen und Ergebnisse der Szenarien werden dokumentiert.

Teil III der Studie enthält eine vertiefende Analyse zu fünf Themenfeldern, die für die Bewertung der Szenarien von besonderer Bedeutung sind: 

  • Versorgungssicherheit in Bezug auf Erdgas,
  • Erneuerbare Energien in Deutschland und Europa,
  • Wirkungsmechanismen des europäischen Emissionshandelssystems,
  • Energieeffizienz in der Industrie
  • und Bedeutung von Stromkosten energieintensiver Produktionen in der EU.

Teil IV fasst die wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammen und zieht Folgerungen für die Energiepolitik.

studie_2030_endbericht_final.pdf
Titel
Studie Energiewirtschaftliches Gesamtkonzept 2030
Stand
03/2008
PDF

 

Zu den wichtigsten Erkenntnissen und Schlussfolgerungen aus der Studie zählen:

  • Bei einer Verlängerung der Laufzeit der Kernkraftwerke sind im Zeitraum 2020 bis 2030 die CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung um rund 20 Prozent niedriger als bei einem Auslaufen der Kernenergienutzung. Gleichzeitig sind die Strompreise auf Großhandelsebene im Jahr 2020 um 8 Prozent und im Jahr 2030 um 12 Prozent niedriger als in einem Szenario, das ein Auslaufen der Kernenergie in Deutschland unterstellt.
  • Die kostenfreie Zuteilung der CO2-Emissionszertifikate stellt einen Anreiz zur forcierten Erneuerung des Kraftwerksparks dar und sichert bei geeigneter Ausgestaltung einen ausgewogenen Energieträgermix in der Stromerzeugung in Deutschland. Gleichzeitig wird einer drohenden Kapazitätslücke entgegen gewirkt. Dies dämpft die Strompreisentwicklung. Demgegenüber hätte eine Vollauktionierung der CO2-Emissionszertifikate zur Folge, dass Kohle aus der Stromerzeugung herausgedrängt wird. Die Strompreise auf der Großhandelsebene wären bei 100 % Versteigerung im Jahr 2020 real um rund 15 % höher als bei kostenfreier Zuteilung. Höhere Strompreise ziehen Arbeitsplatzeffekte nach sich. In der Studie wird aufgezeigt, dass bis 2020 im Vergleich zu einem Szenario mit kostenfreier Zuteilung rund 200.000 Arbeitsplätze verloren gehen – im Wesentlichen als Folge der Abwanderung energieintensiver Produktionen.
  • Die CCS-Technologie wird – neben der Effizienzsteigerung durch fortgesetzt verbesserte Wirkungsgrade – als wichtiger Ansatzpunkt gesehen, die Kohle noch klimafreundlicher zur Stromerzeugung nutzen zu können. Für die Forcierung von Technologien zur CO2-Abscheidung und -Speicherung ist zeitnah der notwendige Rechtsrahmen zu schaffen. Ferner sind adäquate finanzielle Förderinstrumente für die Errichtung von Demonstrationsanlagen – insbesondere für den notwendigen Aufbau der Infrastruktur – notwendig. Damit wird die kosteneffiziente Realisierung ambitionierter Ziele zum Klimaschutz begünstigt.