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Zwischen Anzug und Latzhose

Robert Mittmann ist Bergbau-Trainee im rheinischen Revier bei der RWE Power

Bis vor kurzem hat Robert Mittmann noch in Clausthal - Zellerfeld studiert. Jetzt sitzt er mit Latzhose am Schreibtisch und bereitet als Schichtleiter den Einsatz eines Schaufelradbaggers im Braunkohletagebau Inden vor. Der studierte Wirtschaftsingenieur der Fachrichtung Rohstoffe & Energie absolviert ein 15-monatiges Trainee-Programm. Bereits seit seinem zweiten Monat im Tagebau wird er als betrieblich verantwortliche Aufsicht eingesetzt.

Robert Mittmann wird bereits als Schichtleiter eingesetzt
Robert Mittmann wird bereits als Schichtleiter eingesetzt

Das heißt: von Anfang an Verantwortung tragen – für sich selbst, vor allem aber auch für andere. Robert Mittmann findet das richtig: „Man wird in der Tat ein bisschen ins kalte Wasser geworfen, aber da lernt man am schnellsten. Wenn man nur als Beifahrer mitfährt, schaut man meistens lediglich zu und wird wenig gefordert. Deshalb ist es besser man macht den Job alleine und ist auch direkt verantwortlich, das ist erstens interessanter und zweitens behält man das Gelernte dann besser.“

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Ins kalte Wasser
Planung am Schreibtisch gehört zu den Aufgaben des Schichtleiters
Planung am Schreibtisch gehört zu den Aufgaben des Schichtleiters

Viele Stationen 
Bevor der 29-Jährige, der aus einer Familie mit Bergbautradition stammt, als Schichtleiter Bagger / Absetzer eingesetzt wurde, bekam er einen Monat lang einen Einblick in den Tagebaubetrieb. Er hat die verschiedenen Abteilungen durchlaufen, um die jeweiligen Ansprechpartner und Aufgaben kennen zu lernen. Ein wesentlicher Punkt dieser Zeit ist das Erlernen und praktische Umsetzen der Aspekte der Arbeitssicherheit. Wissen, das ihm in seiner Zeit als Schichtleiter zugute kommt. Wenn diese Zeit, die mit einem halbem Jahr den größten Teil des Trainee-Programms ausmacht, vorbei ist, wechselt Robert Mittmann für sechs Wochen in die Abteilung Infrastruktur des Tagebaus. Hier geht es zum einen um die Wasserhaltung, zum anderen darum, den Verlauf der Bandanlagen der fortschreitenden Gewinnung und Verkippung anzupassen sowie die durch den Tagebau verlaufenden Wege instand zu halten - insgesamt also ein breites Aufgabenfeld.

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Sinn und Zweck des Trainee-Programms
Die Praxis vor Ort kennenlernen – Robert Mittmann im Gespräch mit dem Gruppenleiter des Baggers
Die Praxis vor Ort kennenlernen – Robert Mittmann im Gespräch mit dem Gruppenleiter des Baggers

Uni trifft auf Wirklichkeit 
Nach dieser Zeit wird Robert Mittmann noch zwei Wochen als Schichtleiter in der Betriebsüberwachung arbeiten. Damit ist er dann insgesamt 8 der 15 Monate als Schichtleiter in der Praxis tätig gewesen. „Dieser praktische Einsatz im Tagebau ist für uns junge Ingenieure enorm wichtig“, erklärt er. „Man lernt zwar viel theoretisches Wissen an der Uni, sammelt aber während seines Studiums - außerhalb des vorgeschriebenen Praktikums - nur wenige praktische Erfahrungen, vor allem im Bereich Tagebau. Wenn ich später als Projektingenieur aber technische Probleme lösen soll, ist es wichtig, die Praxis vor Ort zu kennen und die verschiedenen Abläufe, die im Tagebau ineinander greifen, zu verstehen. Das kann verhindern, dass man später an einem Rädchen dreht, das man nicht kennt und damit den Lauf des Ganzen erheblich verstellt.“

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Uni und Praxis
Robert Mittmann misst die Höhe des Planums
Robert Mittmann misst die Höhe des Planums

Abwechslung zwischen Anzug und Latzhose 
Im Anschluss an seine Zeit im Tagebau Inden bietet sich Robert Mittmann in dem so genannten „Rundlauf“ die Möglichkeit, die anderen Bereiche der RWE Power kennen zu lernen. Dazu zählen neben den beiden anderen Tagebauen und den Kraftwerken im Revier auch die Unternehmenszentralen in Köln und Essen, in denen er einige Zeit verbringen wird. Stationen in den Abteilungen Tagebauplanung, Finanzen und Controlling sind für ihn eingeplant. Genau diese Abwechslung schätzt der junge Mann. „Momentan bin ich viel draußen auf den Großgeräten, manchmal am Schreibtisch um zu planen und gelegentlich auch auf Schulungen. Im zweiten Teil der Trainee-Zeit werde ich dafür vermehrt andere Abteilungen besuchen und im Büro sein. Das ist für mich ein Spagat zwischen Anzug und Latzhose, der sehr abwechslungsreich ist und Spaß macht.“ 

(Stand: Mai 2009)

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Was er vermissen wird

Vita: 
1979 geboren studierte Robert Mittmann nach dem Abitur und der Bundeswehrzeit in Essen Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen Universität Clausthal im Harz, wo auch einer seiner Großväter studierte. Seine Diplomarbeit schrieb Robert Mittmann bereits bei der RWE Power in Frechen und schloss im Sommer 2008 sein Studium als Diplom-Wirtschaftsingenieur ab. Seit Herbst 2008 ist er bei der RWE Power AG als Trainee-Bergbau beschäftigt.